Karl-Ernst Gaertner

IM LICHTSCHATTEN

 

Papierschnitte
und manuelle Druckgrafik

Papierschnitte gelten heute als ein eigenständiges künstlerisches Medium innerhalb der zeitgenössischen Kunst.

Nicht die materielle Stofflichkeit des ursprünglich Gesehenen dominiert die Bildgestaltung, sondern der Linienfluss von Bewegungen und Gesten.

Farbig grundierte Papiere führen die Gegenständlichkeit in eine erweiterte Abstraktion. Feine Texturen, die im Gegensatz zu massiven Flächen zu Strukturen werden, vergrößern das Ausdrucksspektrum.

Bei aller Strenge in dem Streben nach Klarheit haben diese Ausdrucksformen doch etwas Spielerisches.

Das Gestalten der Papierschnitte folgt einer ähnlich strengen Logik, wie der systematische Aufbau traditioneller japanischen Farbholzschnitte.

Dies zeigt eine Hommage an Hokusai, welche die wesentlichen Elemente, klare Linienführung, stilisierte Formen und farbig gefüllte Flächen, konsequent als bildnerische Technik aufgreift, ohne dabei die japanische Form-Stilisierung vollständig zu übernehmen.

Durch seinen kontemplativen Umgang mit den ideellen und materiellen bildnerischen Mitteln holt der Künstler die versteckten tieferen Werte des Lebens auf die Oberfläche seiner Erfahrungen und drückt sie mit einfachsten Mitteln aus.

 

29. 9.–15. 10. 2017 Artrium

Ausstellungseröffnung am 29. 9. 2017 um 17 Uhr